Museen BöttcherstraßeMuseen Böttcherstraße

Besucherin vor Paula Modersohn-Beckers Gemälde: Liegende Mutter mit Kind II (1906), Foto freiraumfotografie Bremen Besucherin vor Paula Modersohn-Beckers Gemälde: Liegende Mutter mit Kind II (1906), Foto freiraumfotografie Bremen

Schlaf

Schlaf
Eine produktive Zeitverschwendung

24.9.2017 ‐ 4.2.2018

Der Schlaf gehört selbstverständlich mit zum Leben. Rund ein Drittel seines Lebens verschläft der Mensch. Schlafen ist erholsam, der Körper regeneriert sich. Schlafmangel macht krank. Somit trägt der Schlaf grundlegend zum Wohlbefinden bei.

Das Motiv des Schlafs zieht sich auch durch die Geschichte der Kunst und reicht von Genredarstellungen und mythologischen Vorbildern über den voyeuristischen Blick bis zu den Themen Traum, Hypnose und Tod. Mit Ausnahme von Ausstellungen im Musée cantonal des Beaux-Arts in Lausanne (1999) und der Residenzgalerie Salzburg (2006) wurde das Thema bislang nicht museal bearbeitet. Ausgehend von Werken Paula Modersohn-Beckers gehen die Museen Böttcherstraße nun der Frage nach, wie sich dieses zentrale menschliche Bedürfnis in der Kunst vom 19. Jahrhundert bis heute manifestiert.

Die Bremer Künstlerin malte um 1907 ihren schlafenden Ehemann. Das kleine intime Gemälde reiht sich ein in eine Folge von Porträts, die sie von Otto Modersohn anfertigte und ist somit zugleich Künstlerporträt und privates Familienbild. Darstellungen, die Mutter und Kind bzw. Kinder schlafend zeigen, ziehen sich ebenfalls durch ihr Werk, aber auch durch das von Künstlern wie August Macke, Käthe Kollwitz oder Lucian Freud. Das schlafende Gegenüber ermöglicht es den Künstlern, dieses unbemerkt und gleichsam voyeuristisch zu betrachten. So entstehen andere, intimere Bilder und Studien des Menschen als beim traditionellen Porträt.

Bezugnehmend auf die aktuelle Schlafforschung werden sich die Ausstellung und der begleitende Katalog zudem den Aspekten Traum, Hypnose und Schlaflosigkeit widmen und damit Themen, die Künstler bis heute interessieren und faszinieren.