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Isidora Bruna, Endurance, 2024, © Isidora Brunax Isidora Bruna, Endurance, 2024, © Isidora Bruna

Isidora Bruna

Endurance
2024

Brunaille mit Email auf Glas / Brunaille technique with enamel pigments on glass

 

Statement der Künstlerin / Artist Statement

DE
Die Höhlenmalereien von Altamira haben mich schon immer fasziniert, insbesondere, weil ich Archäologin werden wollte und meine Kindheit in Spanien verbracht habe, wo sie mir so nah und doch so fern vorkamen. Schon damals wusste ich, dass ich eines Tages an einem Projekt arbeiten würde, das ihre Existenz an die Oberfläche bringt; in einer Umgebung, die vielen Menschen egal ist.
Das Leben hat mich auf den künstlerischen Weg geworfen, der mir zum Glück geholfen hat, mehr zu entdecken und zu lernen, als ich mir je hätte vorstellen können. Kürzlich haben wir mit den beiden Klassen der HfK, die an diesem Projekt mitgewirkt haben, den Film „Die Höhle der vergessenen Träume“ von Werner Herzog gesehen, der mir die Faszination für die Geschichte wiedergegeben hat.
Während ich schon die Altamira-Höhlenmalereien und nun die von Herzog dokumentierten Chauvet-Höhlenmalereien in einem Hintergrund hatte, brauchte ich ein Hauptelement, das all das, was ich in mir fühlte, zusammenbringen würde. Bald stieß ich auf das persönliche Projekt „Timecave” von Beatriz Flamini, Sportlerin und Bergsteigerin aus Spanien. Ein Projekt, bei dem sie sich in einer 70 Meter tiefen Höhle in der Nähe von Montril, Granada, 500 Tage lang ohne menschlichen Kontakt isolierte. Nichts hat mich mehr beeindruckt, als sich freiwillig von der Gesellschaft zu distanzieren, um in Ruhe zu zeichnen, zu lesen und den Verstand zu verlieren.
Warum auf Glas? Keines der Medien, mit denen ich arbeite, kommt dem näher, was es bedeutet, als Mensch in einer Höhle zu verweilen, als Glas. Zerbrechlich, transzendental, gefährlich und demütigend. Die Rohstoffe, aus denen Glas besteht, umgeben einen, und die extremen Temperaturen und der Druck legen dich in jeder Sekunde lahm.
Danke, Beatriz Flamini, dass ich dich malen durfte. Danke an Luis Bruna für seine Hilfe bei diesem Werk.

EN
The Altamira cave paintings have always fascinated me since I was a kid, specially wanting to be an archeologist and having spending my childhood in Spain, it felt so close yet so far. I knew already then, that one day I’ll work on a project that brings to the surface their existence; to a environment in which many people couldn’t care less.
Life threw me to the artistic path, which thankfully has helped me discover and learn more of what I could ever have imagined. Recently with both painting classes from HfK that collaborated for this project, we watched Cave of Forgotten Dreams by Werner Herzog which brought the fascination I had for history back.
While I had already the Altamira Cave paintings and now the Chauvet Cave paintings documented by Herzog merged in one background, I needed a main element that would bring all what I felt inside of me together. Soon I stumbled upon the personal project Timecave by Beatriz Flamini, athlete and mountaineer from Spain. A project in which, she isolated herself in a 70 metres deep cave near Montril, Granada, for 500 days without human interaction. Nothing resonated with me more than willingly distancing yourself from society, to be left to draw, read and lose your sanity in peace.
Why on glass? None of the mediums I work with, get closer to what lingering inside a cave as a human being means than glass. Fragile, transcendental, perilous and humbling. The raw materials that compose glass surround you and the extreme temperatures and pressure cripple on you every passing second.
Thank you Beatriz Flamini for allowing me to paint you. Thank you Luis Bruna for helping me with this piece.

 

Biografie / Biography

*2000

DE
Isidora wurde im Jahr 2000 in Santiago de Chile geboren und lebt seit 2018 in Bremen, wo sie an der Hochschule für Künste bei Professorin Katrin von Maltzahn Kunst studiert. Ihre Arbeit erforscht mögliche parallele Dimensionen und Welten, wie z. B. die Welt der Träume, das Jenseits, den Weltraum und die Vergangenheit. Nachdem sie lange Zeit an Memento-Mori-Motiven gearbeitet und sich von ihnen inspirieren lassen hat, ist die Überschneidung von Geschichte und ihren dunklen, vergessenen Ereignissen immer präsent, da sie für die Bedeutung des Themas Tod zentral sind.

EN
Isidora was born in 2000 in Santiago de Chile, and is currently based in Bremen since 2018, where she studies Fine Arts at the University of Arts with Professor Katrin von Maltzahn. Her work explores possible parallel dimensions and worlds, such as the world of dreams, afterlife, outer space and the past. After working for a long time on and taking inspiration from memento mori motifs, the overlapping of history and its dark, forgotten events is always present, as they are of great importance to the weight that, the topic of death carries.