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Annelise Kretschmer: Ellice Illiard Opernsängerin, Dortmund 1930, Vintage Silbergelatineabzug, copyright Christiane von Königslöw Annelise Kretschmer: Ellice Illiard Opernsängerin, Dortmund 1930, Vintage Silbergelatineabzug, copyright Christiane von Königslöw

Annelise Kretschmer

Annelise Kretschmer
Fotografien 1922 bis 1975

12.2. ‐ 21.5.2017

(english text below)

Annelise Kretschmer (1903–1987) zählt zu den bedeutendsten Fotografinnen der Weimarer Republik. Im Umfeld der Neuen Sachlichkeit behauptet ihr Werk eine eigenständige Position mit einem eigenwilligen ästhetischen Konzept. Die gebürtige Dortmunderin gehörte zu den ersten Frauen in Deutschland, die ein Fotoatelier eröffneten. Große Bekanntheit erlangte sie mit ihren eindringlichen Porträtaufnahmen. Zwischen 1937 und 1939 entstand schließlich in Worpswede eine Serie authentischer Fotografien von Torfbauern und Kindern. In diesen Bildern lassen sich Parallelen zu den Motiven Paula Modersohn-Beckers ziehen: Der Charakter des Menschen sollte sichtbar werden.

Nach den frühen Erfolgen geriet das Werk Annelise Kretschmers während der Zeit des Nationalsozialismus zunehmend in Vergessenheit. Nach einer Einzelausstellung im Essener Folkwang Museum 1982 ist diese Ausstellung die erste umfassende Präsentation ihrer Arbeiten. Mit rund 80 Originalabzügen (Vintage Prints), stellt das Paula Modersohn-Becker Museum ein umfangreiches Konvolut an Fotografien vor, die größtenteils noch nie öffentlich zu sehen waren. So gibt es neben bekannten Werken aus der Vorkriegszeit unbekannte Motive aus den fünfziger und sechziger Jahren zu entdecken. Unter diesen Aufnahmen befinden sich auch Porträts von berühmten Persönlichkeiten aus der damaligen Kunstszene wie Ewald Mataré, Albert Renger-Patzsch oder Daniel-Henry Kahnweiler.

Mit der Kraft ihrer Unmittelbarkeit vermögen die Aufnahmen den Betrachter in den Bann zu ziehen und mit ihrer Lebendigkeit zu überraschen.

Eintritt: € 8/6 

In Kooperation mit dem Käthe Kollwitz Museum, Köln
Konzept: Thomas Linden


 

Annelise Kretschmer (1903–1987) was among the most important female photographers of the late Weimar Republic. At the age of 26 she was one of the first women in Germany to open a photo studio. She became a celebrated portrait photographer and her works could be seen at the most important photography exhibitions of her time. Kretschmer’s images, which were initially created in the context of the New Objectivity, stood out on account of their idiosyncratic aesthetic concept. The photographs fascinate us with the power of their immediacy and surprise us with their vitality.

Kretchmer’s evocative photographic portraits document different social classes. She took photographs for fashion magazines and in the circles of that period’s art scene, featuring prominent figures like Daniel-Henry Kahnweiler, Albert Renger-Patzsch, Ewald Mataré and Fritz Wotruba. In the late 1920s she photographed fishermen on Hiddensee and industrial workers in the Ruhr valley. Between 1937 and 1939 she additionally created a series of highly authentic photographs of children and farmers in Worpswede. In these motifs it is possible to draw parallels to Paula Modersohn-Becker’s works. Much like the painter, Kretschmer also concentrates on the essential, uncovering people’s personalities and things’ characteristic natures in her photographs. Depictions of children play a special role in this context: both artists approach them like adults.

As the daughter of a Jewish father, Kretschmer and her family lived in fear of harassment and persecution during the Nazi period. However, as a talented photographer, she was considered »useful« and tolerated. She continued to work within the possibilities available to her, in order to feed her family of six. Her husband, the sculptor Sigmund Kretschmer, took care of their four children. In the post-war period her work increasingly faded into obscurity.

Thirty years after her death, around 80 vintage prints by Annelise Kretschmer have emerged back into the light. Thus an extensive group of works covering every decade of her oeuvre is being presented; the majority of them are one-of-a-kind prints that have never been shown before.

admission: € 8/6

In cooperation with the Käthe Kollwitz Museum, Cologne
Concept and planning: Thomas Linden

 

Annelise Kretschmer: Tatjana und Lux Calvelli Adorno im Schnee liegend, Elmau um 1933, Vintage Silbergelatineabzug, copyright Christiane von Königslöw Annelise Kretschmer: Worpswede, 1937, Vintage Silbergelatineabzug, copyright Christiane von Königslöw Annelise Kretschmer: Tatjana, 1940, Vintage Silbergelatineabzug, copyright Christiane von Königslöw Annelise Kretschmer: Nina, 1943, Vintage Silbergelatineabzug, copyright Christiane von Königslöw Annelise Kretschmer: Ewald Mataré, Düsseldorf 1959, Vintage Silbergelatineabzug, copyright Christiane von Königslöw

Kurzführung

Dienstag, 4.4.2017, 17–17.30 Uhr

Zum Feierabend eine konzentrierte Dosis Kunstgenuss? Erfahren Sie in einer halben Stunde mehr zu einem ausgewählten Thema im Werk der Fotografin Annelise Kretschmer. Mehr als 80 Vintage Prints (Originalabzüge), die zum Großteil bisher noch nie ausgestellt wurden, geben einen Überblick über ein beeindruckendes Werk aus über 60 Schaffensjahren.

Die Teilnahme an der Führung ist kostenlos, zzgl. Ausstellungseintritt.
Ohne Anmeldung, Tickets an der Tageskasse

mit Christine Holzner-Rabe

Kunstfrühstück

Freitag, 7.4.2017, 11.30–13 Uhr

Annelise Kretschmer begann ihre Karriere während der Weimarer Republik, der Zeit der Neuen Sachlichkeit. In ihren Arbeiten spiegelt sich der Einfluss dieser Kunstrichtung eindeutig wider - doch die Fotografien der gebürtigen Dortmunderin verfolgen zusätzlich ein eigenwilliges, ästhetisches Konzept. Wo steht Annelise Kretschmer innerhalb der Neuen Sachlichkeit? Was machte sie zu einer der bedeutendsten Fotografinnen der Vorkriegszeit?

Donata Holz führt die Teilnehmenden zunächst zu diesem Thema durch die Ausstellung Annelise Kretschmer. Fotografien 1922 bis 1975. Anschließend vertieft die Gruppe ihre Eindrücke in entspannter Atmosphäre mit Kaffee und Gebäck.

€ 12 inkl. Eintritt und Verpflegung. Anmeldung bis 5.4 möglich unter info@museen-boettcherstrasse.de oder telefonisch unter 0421 33882-22.

 

Öffentliche Führung

Sonntag, 9.4.2017, 11.30–12.30 Uhr

Annelise Kretschmer zählte zu den bedeutendsten Fotografinnen der Weimarer Republik. Als eine der ersten Frauen in Deutschland eröffnete sie ein Fotostudio. Auch wenn ihre Arbeiten zunächst im Umfeld der Neuen Sachlichkeit entstanden, stechen die Fotografien der gebürtigen Dortmunderin durch ein eigenwilliges, ästhetisches Konzept heraus. Bis in die 1970er Jahre hinein schuf sie ein Werk, das nicht nur für sich allein überzeugt, sondern auch die Entwicklung der Fotografie zur Kunst erzählt.

€ 3 zzgl. Eintritt
Ohne Anmeldung, Tickets an der Tageskasse
Begrenzte Platzzahl

mit Dr. Rainer Meyer

Fotomarathon FoTO GO

16 Themen, 8 Stunden, 1 Kamera – das sind die Pfeiler des Fotomarathons unter dem Leitmotiv »FoTO GO: Sinn & Sachlichkeit«, den die Museen Böttcherstraße am Samstag, den 22. April 2017, von 10 bis 18 Uhr anlässlich der Sonderausstellung
»Annelise Kretschmer. Fotografien 1922 bis 1975« veranstalten. Hobby- und Profifotografen sind aufgerufen, Bremen mit digitalen und analogen Kameras in den Fokus zu nehmen. Das Besondere: Alle Motive sollen schwarz-weiß sein. Die Teilnahme kostet € 12, eine Anmeldung ist bis 13. April 2017 erforderlich.

Nähere Informationen, Teilnahmebedingungen und Spielregeln erfahren Sie hier hier.

 

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  • Sparkasse Bremen

Förderer

  • ÖVB - Öffentliche Versicherungen Bremen
  • Waldemar Koch Stiftung

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