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Atelier mit Skulpturen von Laura Eckert, Foto: Tom Dachs Atelier mit Skulpturen von Laura Eckert, Foto: Tom Dachs

Laura Eckert - Schichtwechsel

Laura Eckert - Schichtwechsel
Sommergäste 2016

19.6. ‐ 25.9.2016

In der neuen Ausstellungsreihe »Sommergäste« präsentieren die Museen Böttcherstraße in Bremen vom 19. Juni bis zum 25. September 2016 die Arbeiten der vielversprechenden Leipziger Bildhauerin Laura Eckert. Zum ersten Mal innerhalb Deutschlands stehen ihre Büsten und lebe­nsgroßen Skulpturen im Fokus einer monografischen Ausstellung, die nicht nur im Paula Modersohn-Becker Museum, sondern auch im histori­schen Ludwig Roselius Museum verortet ist. Im Fokus aller Arbeiten steht der Mensch – als ein vielschichtiges, imperfektes Wesen.

Das Besondere an Laura Eckerts Kunst offenbart sich bereits in dem Entstehungs­prozess: Ohne Vorstudien bearbeitet sie die recycelten und verleim­ten Holzelemente – zum Teil mit der Kettensäge – und erschafft dabei Figuren und Gesichter, in denen die Spuren der Genese deutlich zu erken­nen sind. Die Körper und Köpfe scheinen aus dem Material herauszuwach­sen. »Die Figuren sind meist unvollkommen im herkömmli­chen Sinn, das heißt sie sind nicht bis zur Perfektion durchgearbeitet, ihnen fehlen Körperteile, man sieht die Arbeitsspuren, Bruchkanten, Fehlstellen. Aber genau darum geht es auch«, sagt sie Leipziger Bildhauerin über ihre Kunst­werke. Der Mensch ist in ihren Augen ein »Baukastenobjekt«: Durch die sichtbar zusammengesetzten Holzbretter suggerieren ihre Skulpturen, dass der menschliche Körper wandelbar und Teile des Körpers austauschbar sind. Theorien zum Thema Macht und Subjektivierung von Descartes oder Foucault haben Laura Eckert während ihres Studiums nachhaltig geprägt. Konzepte von Leiblichkeit und die Wechselwirkung von Körper, Bewusstsein und Gesellschaft finden sich in ihrer Kunst wieder und geben ihren Arbeiten eine ungemeine Präsenz und Aktualität.

Die lebensgroßen Skulpturen in der Aus­stellung treten dem Betrachter entgegen und müssen dessen Blick standhal­ten. Ihre Größe und Dynamik verleihen ihnen eine besondere Stärke. Die Büsten hingegen weichen dem Blick aus und sind völlig in sich gekehrt. »Es ist der Blick, den man hat, wenn man völlig bei sich ist, Löcher in die Luft starrt […]«, so Laura Eckert. Die Köpfe entstehen aus Erinnertem, Erfunde­nem und Gesehenem. Dadurch ergeben sich eine gewisse Unschärfe und Irritation, die das klassische Figuren- und Porträtschema auflösen. In der direk­ten Gegenüberstellung mit den historischen Büsten im Ludwig Roselius Mu­seum wird dies vor allem deutlich. Auch wenn sowohl die zeitgenössi­schen Arbeiten von Laura Eckert als auch die Büsten aus der Renaissance und dem Mittelalter frontal ausgerichtet sind, wird das Idealbild des Menschen in der Kunst der Bildhauerin bewusst negiert.




 

Laura Eckert - Schichtwechsel ist die erste Ausstellung in der neuen Reihe Sommergäste, die mit diesem Jahr beginnt. Die Museen Böttcherstraße verstehen sich als eine Institution, die ihre Sammlungsbestände in ihrer Zeit, aber eben auch nach Anknüpfungspunkten zur Kunst der Gegenwart befragt. Deswegen werden zukünftig als Sommergäste vielversprechende Positionen aller Sparten ausgewählt, die in den Museen Böttcherstraße eine öffentliche Plattform für ihre Kunst erhalten und die Kunstwerke der eigenen Sammlungen mit neuen Impulsen beleben.

Laura Eckert. Schichtwechsel

19.6.2016 - 25.9.2016

35 Seiten

ISBN 978-3-943818-01-7

Dr. Frank Schmidt (Hg.)

Zur Ausstellung Laura Eckerts in den Museen Böttcherstraße:

Zum ersten Mal innerhalb Deutschlands stehen die Büsten und lebe­nsgroßen Skulpturen der Künstlerin Laura Eckert im Fokus einer monografischen Ausstellung, die nicht nur im Paula Modersohn-Becker Museum, sondern auch im histori­schen Ludwig Roselius Museum verortet ist.

Zur Kunst Laura Eckerts:

Das Besondere an Laura Eckerts Kunst offenbart sich bereits in dem Entstehungs­prozess: Ohne Vorstudien bearbeitet sie die recycelten und verleim­ten Holzelemente – zum Teil mit der Kettensäge – und erschafft dabei Figuren und Gesichter, in denen die Spuren der Genese deutlich zu erken­nen sind. Die Körper und Köpfe scheinen aus dem Material herauszuwach­sen. »Die Figuren sind meist unvollkommen im herkömmli­chen Sinn, das heißt sie sind nicht bis zur Perfektion durchgearbeitet, ihnen fehlen Körperteile, man sieht die Arbeitsspuren, Bruchkanten, Fehlstellen. Aber genau darum geht es auch«, sagt sie Leipziger Bildhauerin über ihre Kunst­werke. Der Mensch ist in ihren Augen ein »Baukastenobjekt«.Die lebensgroßen Skulpturen in der Aus­stellung treten dem Betrachter entgegen und müssen dessen Blick standhal­ten. Ihre Größe und Dynamik verleihen ihnen eine besondere Stärke. Die Büsten hingegen weichen dem Blick aus und sind völlig in sich gekehrt. Die Köpfe entstehen aus Erinnertem, Erfunde­nem und Gesehenem. Dadurch ergeben sich eine gewisse Unschärfe und Irritation, die das klassische Figuren- und Porträtschema auflösen.
Im Fokus aller Arbeiten steht der Mensch - als ein vielschichtiges, imperfektes Wesen.

 

 

 

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