Museen BöttcherstraßeMuseen Böttcherstraße

Augsburg, Hans Jakob Mair: Prunkplatte mit Sturz des Phaethon (Detail), um 1665, Museen Böttcherstraße, Ludwig Roselius Museum, Bremen, Foto: Jürgen Nogai, Bremen Augsburg, Hans Jakob Mair: Prunkplatte mit Sturz des Phaethon (Detail), um 1665, Museen Böttcherstraße, Ludwig Roselius Museum, Bremen, Foto: Jürgen Nogai, Bremen

Silberschatz

Der Silberschatz der Companie der Schwarzen Häupter aus Riga

Der kostbare Silberschatz aus dem 16. bis 20. Jahrhundert ist seit 1987 eine Dauerleihgabe der Companie der Schwarzen Häupter aus Riga an das Ludwig Roselius Museum. Einmal im Jahr dürfen diese Kunstwerke jedoch die Museumsräume verlassen, um beim alljährlichen »Brüdermahl« ihrer Eigentümer im Haus Schütting am Bremer Rathausplatz die Tafel zu zieren. Solche regelmäßige Treffen der Mitglieder der Companie sind seit 1413 in Riga nachweisbar. Heute – nach Verbreitung aus Riga und langer Suche nach einem geeigneten Ort – zeugen sie davon, wie eine eingeschworene Patriziergemeinschaft allen historischen Wirrungen zum Trotz Traditionen ungebrochen mit Leben füllt.

Bereits im Mittelalter schlossen sich die unverheirateten deutschen Kaufleute aus der Hansestadt Riga zu einer Companie der Schwarzen Häupter unter dem Patronat des Heiligen Mauritius zusammen. Ihr Ziel war es neben weltlichen Aufgaben für das Seelenheil ihrer Mitglieder zu sorgen. Das Silbergerät, zu dem Spitzenwerke der Riger, Augsburger und Lübecker Goldschmiedekunst zählen, wurde von dem Mitgliedern der Companie und den illustren Gästen gestiftet. Dazu zählen das St. Georgsreliquiar von 1507 und die Prunkkanne in Gestalt des Hl. Mauritius auf einem Hippokampen, die um 1665 angefertigt wurde. Die Verbindung des Heiligen mit dem Mischwesen aus Pferd und Fisch in diesem barocken Meisterwerk erklärt sich aus der Bedeutung, die die Seefahrt für die Kaufläute besaß.