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Die Maler des Heiligen Herzens

Die Maler des Heiligen Herzens

3.12.2022 ‐ 16.4.2023

André Bauchant, Camille Bombois, Séraphine Louis, Henri Rousseau und Louis Vivin sind vier Maler und eine Malerin, die keine künstlerische Ausbildung absolviert haben und sich dennoch in der Pariser Kunstszene im frühen 20. Jahrhundert durchsetzen konnten. Maßgeblich entscheidend für ihren Erfolg war der Kontakt zum deutschen Kunsthändler Wilhelm Uhde und dessen Ausstellung „Die Maler des Heiligen Herzens“ im Jahr 1928. Darin vereinte er die stilistisch und motivisch grundverschiedenen Kunstwerke der Autodidakten. Neben den individuellen Maltechniken, beispiellosen Bildsprachen und der Unberührtheit vom theorielastigen Kunstdiskurs, schätzte er an ihren Arbeiten eine besondere Nahbarkeit und Zugänglichkeit, die er bei akademisch geschulten Künstlerinnen und Künstlern oft vermisste.

Die Museen Böttcherstraße feiern ab 3. Dezember 2022 die Wiedervereinigung der „Maler des Heiligen Herzens“ in einer großen Sonderausstellung. Die Kunstwerke erfrischen noch heute die Sehgewohnheiten mit intensiven Farben, ungewöhnlichen Kompositionen und motivischen Neuinterpretationen. André Bauchant, Camille Bombois, Séraphine Louis und Louis Vivin sind der Beleg dafür, dass es noch weitere autodidaktische Künstlerinnen und Künstler in der Moderne neben Henri Rousseau gab, die es wert sind, aus der Vergessenheit geholt und wieder gesehen zu werden.

Eine Ausstellung der Museen Böttcherstraße in Zusammenarbeit mit dem Museum Frieder Burda in Baden-Baden. Die Ausstellung basiert auf der Sammlung Charlotte Zander (1930-2014), die Kunst jenseits des systematisierten Kunstkanons in großer Fülle und überaus souverän sammelte.

Das Projekt steht in einer Reihe von Präsentationen im Paula Modersohn-Becker Museum, die sich mit vernachlässigten künstlerischen Positionen jenseits des Kanons beschäftigen und neue Blicke auf die Moderne werf

 

 

Die Maler des Heiligen Herzens

André Bauchant, Camille Bombois, Séraphine Louis, Henri Rousseau und Louis Vivin sind vier Maler und eine Malerin, die keine künstlerische Ausbildung absolviert haben und sich dennoch in der Pariser Kunstszene im frühen 20. Jahrhundert durchsetzen konnten. Maßgeblich entscheidend für ihren Erfolg war der Kontakt zum deutschen Kunsthändler Wilhelm Uhde und dessen Ausstellung „Die Maler des Heiligen Herzens“ im Jahr 1928. Darin vereinte er die stilistisch und motivisch grundverschiedenen Kunstwerke der Autodidakten. Neben den individuellen Maltechniken, beispiellosen Bildsprachen und der Unberührtheit vom theorielastigen Kunstdiskurs, schätzte er an ihren Arbeiten eine besondere Menschlichkeit und Zugänglichkeit, die er bei akademisch geschulten Künstlerinnen und Künstlern oft vermisste.

 

Vorwort von Udo Kittelmann, Frank Schmidt

Texte von Henrike Hans, Udo Kittelmann, Annabel Ruckdeschel, Gestaltung von Benedikt Reichenbach

Deutsch, Englisch

2022. 168 Seiten, 130 Abb.

Hardcover

23,00 x 28,50 cm

ISBN 978-3-7757-5339-5

Kunstfrühstück

Freitag, 3.2.2023, 11.30–13 Uhr

Séraphine Louis stellt nicht nur als einzige Künstlerin in der Riege der „Maler des Heiligen Herzens“ eine Ausnahme dar. Auch ihre Kunst ist außergewöhnlich. Die formatfüllenden Pflanzengebilde wirken wegen der besonderen Farbmischung und einer individuellen Maltechnik lebendig, fast psychedelisch. Der Kunsthändler Wilhelm Uhde entdeckte das Talent seiner Haushälterin nur durch Zufall und wurde ihr wichtigster Förderer. Doch wie bei vielen Biografien liegen Genie und Wahnsinn nah beieinander – die Künstlerin verfiel nach Beginn der Weltwirtschaftskrise und dem damit einhergehenden Ende von Uhdes finanzieller Unterstützung einem religiösen Wahn, den sie vorher durch ihre außergewöhnliche Malerei kompensieren konnte.

Bei einem Rundgang durch die Ausstellung stellt Donata Holz zunächst die Malerei von Séraphine Louis vor. Im Anschluss geht sie in einem Vortrag bei Kaffee und Gebäck tiefer auf die Biografie und die Kunst der Malerin ein, deren farbenreiche und detaillierte florale Motive in der Ausstellung herausstechen.

mit Donata Holz
15,- Euro inkl. Führung, Eintritt und Verköstigung

Tickets im Online-Shop, an der Museumskasse oder Anmeldung bis 1.2.2023 unter anmeldung@museen-boettcherstrasse.de

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Mehr zur Sonderausstellung „Die Maler des Heiligen Herzens“ hier

 

 

 

Öffentliche Führung

Sonntag, 5.2.2023, 11.30–12.30 Uhr

Nach mehr als drei Jahrzehnten führt die Ausstellung im Paula Modersohn-Becker Museum die „Maler des Heiligen Herzens“ erneut zusammen. Dabei handelt es sich um die fünf französischen Autodidakt:innen Henri Rousseau, Camille Bombois, Séraphine Louis, André Bauchant und Louis Vivin. Ihre Kunstwerke überzeugen mit einer Originalität, die der deutsche Kunstsammler Wilhelm Uhde zu Beginn des 20. Jahrhunderts als „visionär“ bezeichnete und als besonders „sinnlich“ und „zugänglich“ beschrieb.

In diesem einstündigen Rundgang lernen die Besucher:innen die fünf künstlerischen Positionen kennen, die bis heute nichts von ihrer erfrischenden Wirkung auf die Sehgewohnheiten eingebüßt haben.

Führung mit Rainer Meyer
3,- Euro zzgl. Eintritt
Tickets an der Tageskasse

Feierabendführung

Dienstag, 7.2.2023, 17–17.30 Uhr

Die „Maler des Heiligen Herzens“ werden oft als „naiv“, „intuitiv“ und „unschuldig“ abgestempelt, wobei es bei den fünf Maler:innen jedoch keinesfalls eine Mangel an Talent, Komplexität, Vielschichtigkeit oder inhaltlicher Tiefe gibt.

Auch wenn einige Werke der Ausstellung auf den ersten Blick unspektakulär wirken, besitzen sie trotz oder gerade wegen ihrer Einfachheit eine besondere Kraft und Aura. Während der Kurzführung geht Dr. Frank Schmidt anhand ausgewählter Beispiele dieser Wirkkraft auf den Grund, sodass die Teilnehmenden nachvollziehen können, warum sich der Kunstsammler- und Händler der „Maler des Heiligen Herzens“ Wilhelm Uhde schon zu seiner Zeit gegen die oberflächliche Bezeichnung „naive Kunst“ ausgesprochen hat.

mit Dr. Frank Schmidt

Teilnahme kostenlos zzgl. Eintritt

Partner

  • Museum Frieder Burda
  • Sammlung Zander

Förderer

  • Sparkasse Bremen
  • Hollweg Stiftung
  • Bremen erleben
  • Wall GmbH

Medienpartner

  • Weser-Kurier
  • Radio Bremen 2