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HEMPEL 7MalAmTag still 0 1 Filmstill aus Susann Maria Hempel: SIEBEN MAL AM TAG... D 2013/2014

8. Bremer Kunstfrühling 2014

8. Bremer Kunstfrühling 2014
Susann Maria Hempel: SIEBEN MAL AM TAG...

16.5. ‐ 25.5.2014

SIEBEN MAL AM TAG BEKLAGEN WIR UNSER LOS UND NACHTS STEHEN WIR AUF, UM NICHT ZU TRÄUMEN

Experimentalkurzfilm von Susann Maria Hempel, Deutschland 2014, HD, 18 Min.

In der Gleishalle am Güterbahnhof (Beim Handelsmuseum 9, 28195 Bremen)

Susann Maria Hempels Experimentalfilm kreist um das Wirrwar der Gedanken des Herrn P., die sich wieder und wieder um Erfahrungen von Schutzlosigkeit und Versehrtheit drehen.

Hempel zeichnete ihre Gespräche mit P. zwischen 2009 und 2011 in ihrer Heimatstadt Greiz in Thüringen auf. Die O-Töne sind der Unterbau des Films, nie aber Baustein der Tonspur: Die Regie übernimmt die Künstlerin, sie spricht und sie schreibt für P., beziehungsweise sie lässt für ihn sprechen und schreiben. Sie findet Formen für das, was ihn die Fassung verlieren lässt, was er nichtsdestotrotz zu fassen versucht. Stammelei, suchend und zäh, lässt sie in Kritzelei übersetzen, ungelenk, um Ordnung bemüht, sie nicht findend.
Schonungslos vermittelt sich auf diese Weise Stück für Stück P.s schicksalhaftes Leben: Er wird von Mitinhaftierten zusammengeschlagen, als er sich für die Jugendlichen in einer Haftanstalt einsetzt, die von diesen Inhaftierten misshandelt werden. Ein Freund entpuppt sich als falscher Freund. Als Patient selbst schutzbefohlen, unterläuft den Ärzten ein Kunstfehler, P. wird sterilisiert, er wünscht sich Kinder, die er nie bekommen wird. P. nimmt Heimkinder auf. Sie schlagen ihn zusammen. Es geht das Gerücht, die Kinder seien von P. misshandelt worden. Er vereinsamt.
Über die Tonspur bringt Hempel ab und an eine vermeintliche Glücksverheißung hinein – »Schöner fremder Mann …«, »So a Stückerl heile Welt …« und »Ave Maria …« –, um die Verheißung dann als Lug und Trug zu entlarven. Der Schönling tut Unschönes, die Welt liegt in Scherben, Maria erscheint, aber ihr Schutzmantel schützt nicht.
SIEBEN MAL AM TAG... ist der Film gewordene Alptraum über das zum Alptraum gewordene Leben, P.: »Das ist das Rest meines Lebms, das weess ich ganz genau! Un das is halt für mich so’n Gefühl wie: Na das kann ja e Scheiss wer’n!«

Der Film erhielt er auf dem Filmfest Dresden 2014 sowohl den Filmförderpreis der Kunstministerin als auch den Goldenen Reiter der Jugendjury. Schließlich räumte er auf dem Osnabrücker European Art Festival den EMAF-Medienkunstpreis der deutschen Filmkritik ab und auf den 60. Kurzfilmtagen Oberhausen den Preis für den Besten Beitrag des deutschen Wettbewerbs ab.

Öffnungszeiten
täglich von 11-20 Uhr

Eintritt

Tagesticket: 12 €, ermäßigt 8 €
2-Tage-Ticket: 18 €, ermäßigt 12 €
Abendticket (gültig ab 19 Uhr): 5 €
Vorverkauf (Tagesticket): 10 €, ermäßigt 6 €


www.kunstfruehling.de