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Zocker und der Colani Luigi Colani, Der "Colani" und "Zocker, Sammlung POPDOM © Colani Design Germany GmbH

Luigi Colani und der Jugendstil

Luigi Colani und der Jugendstil
Produkt. Design. Skulptur.

13.2. ‐ 19.6.2022

Luigi Colani zählt unbestreitbar zu den prägenden Designern des 20. Jahrhunderts. Mit seinen bunten, geschwungenen Produkten aus Kunststoff, die vom Auto, über den Stuhl bis hin zu Seifenschalen und Teekannen reichen, ging er einen eigenen Weg und ließ sich dabei nicht von Traditionen begrenzen.

Colani polarisierte, nicht nur als Designer, sondern auch als Mensch. Er selbst und auch sein Design lassen sich in keine Schublade stecken. Entsprechend überrascht die Tatsache, dass Colani neben schnellen Autos, einem pompösen Lebensstil und schrillen Farben auch die Natur liebte und zu mehr Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein aufrief. In dem Manifest Ylem aus dem Jahr 1971 finden sich Zeichnungen für ein Luftkissenfahrzeug, ein windschnittiges und verbrauchsarmes Automobil und andere Skizzen, die damals futuristisch, heute jedoch als lösungsorientiert gelten können.

Das Paula Modersohn-Becker Museum zeigt vom 13. Februar bis 19. Juni 2022 eine breite Auswahl seiner Produkte und Entwürfe aus der Sammlung POPDOM. Warum stellt ein Kunstmuseum einen Designer aus? Hier rückt Colanis Nähe zum Jugendstil in den Fokus, dessen Renaissance er 1972 verkündete. Ergänzt werden seine Produkte daher um Exponate aus dem Bröhan-Museum (Landesmuseum für Jugendstil, Art Deco und Funktionalismus Berlin) sowie sammlungseigenen Jugendstil-Objekten vom Bildhauer und Architekten Bernhard Hoetger, der – ebenso wie Colani – ein Universaltalent war. Das zeigt sich bei Hoetger unter anderem in der einzigartigen Fassade des Paula Modersohn-Becker Museums, das er 1927 erbaute. Colanis Vielseitigkeit offenbart sich in seinen biomorphen Sesseln, skulpturalen Stühlen, innovativen Bad-Ideen und visionären Mobilitätsentwürfen, die ab Februar 2022 in die Museen in der Böttcherstraße einziehen.

Die Ausstellung und der Katalog wurden vom Bröhan Museum konzipiert.